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Aktuelle Marktlage nach Corona-Ausbruch

CoronaBild: iStock/wildpixel

In der heutigen Lage ist zunächst die besondere Situation der Corona-Pandemie für die Märkte einzuordnen: Die letzte vergleichbare Pandemie traf die Welt 1918 mit der „Spanischen Grippe“, die nach heutigen Schätzungen weltweit bis zu 50 Mio. Menschenopfer forderte. Italien ist zurzeit am härtesten von dem Coronavirus betroffen, mit mehr als 6.000 Todesopfern per 24.03.2020. Zur Eindämmung der Infektionsraten wurde eine Ausgangssperre verhängt, die jetzt in die dritte Woche geht. Per 23.03.2020 hat der italienische Regierungschef Conte zudem der italienischen Wirtschaft einen Produktionsstopp, bis auf das Notwendigste, auferlegt.

Ein aktuelles Szenario hat das ifo Institut für Deutschland berechnet und teilt in ihrer Pressemitteilung vom 23.03.2020 mit: Das Coronavirus wird Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist. Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozent. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro“, sagt ifo Präsident Clemens Fuest.

Daraus lässt sich schließen, dass eine Rezession für Deutschland und die Welt in 2020 kaum zu vermeiden sein wird. Für das hoch verschuldete Italien sind die langfristigen Belastungen ungleich höher. Die ohnehin schon weltweit mehr als verdoppelte Verschuldung seit der Finanzkrise 2008 (zurzeit ca. 255 Bill. US-Dollar) wird durch die aktuellen massiven weltweit auf Pump finanzierten Konjunkturpakete nochmals stark ansteigen. Die EZB wird mit ihrem neuen Anleihekaufprogramm in Höhe von 750 Mrd. Euro indirekt weiter Staatsfinanzierung betreiben. Auch die US-Notenbank Fed kämpft mit der Absenkung der Zinsspanne auf 0,00% bis 0,25% und massiven Anleihekäufen gegen die Wirtschaftskrise an.

Für die Anleger an den Wertpapiermärkten hat dies alles zu einer erheblichen Verunsicherung geführt. Zunächst wurden neben derivativen Absicherungsinstrumenten Aktien und Anleihen verkauft, um sich durch die Absicherungspositionen und den Liquiditätsaufbau gegen Verlustrisiken zu schützen. Dies führt zu Spreadausweitungen und damit Kursverlusten von Staats- und Unternehmensanleihen. Entscheidend wird sein, ob die fiskalpolitischen Maßnahmen ausreichen, um eine Pleitewelle der Unternehmen aus Liquiditätsgründen zu vermeiden. Des Weiteren droht Verkaufsdruck für Unternehmensanleihen, durch Ratingabstufungen in den Non-Investment-Grade Bereich. Durch diese neuerliche überbordende Staatsverschuldung könnte eine plötzliche und unerwartete Inflation entstehen. Am Ende könnte eine weltweite Entschuldung durch eine Währungsreform erfolgen oder die Schuldenfinanzierung wird durch Abgaben auf Geld-, oder Immobilienvermögen zu Lasten der Vermögenden gegenfinanziert.

Aktien gehören trotz zu erwartenden schmerzlichen temporären Gewinneinbrüchen der Unternehmen, bis zu negativen Geschäftszahlen, zu der bevorzugten Anlageklasse, da diese nach der Rezession einen Sachwert- und Inflationsschutz darstellen.

In diesem nie da gewesenen Umfeld raten wir Anlegern generell zu einer breiten Streuung des Kapitals als Grundregel einer soliden Vermögens- bzw. Portfoliostruktur. Eine eigene Immobilie, physisches Gold, ein breit gefächertes Aktienportfolio und hochwertige Anleihen, ab Investment-Grade und nach Risikoeinschätzung mit Inflationsschutz, gehören dazu.